Beschreibung
13. Juli 2014: Im Finale der Fußball-WM steht es noch 0:0. In der 88. Spielminute wechselt Joachim Löw Mario Götze ein und schreibt damit Fußballgeschichte. Nicht nur in Endspielen: Im Fußball stehen Trainer täglich unter Hochdruck. Sie müssen Sportlehrer und Strategen des Spiels sein, aber auch Motivationskünstler, Konfliktmanager und Energiegeber. Auch in der Wirtschaft können sich Führungskräfte nicht in Nischen einrichten. Dieses Buch verrät Führungskräften (und solchen, die es werden wollen), wie man Managementqualitäten entwickeln, Kommunikation verbessern, Beziehungen knüpfen, Expertenwissen steigern und die 'Ich-Firma' stärken kann. Lassen Sie sich von der Magie des Fußballs berühren, lernen Sie von Topentscheidern - auf und neben dem Platz!
Autorenportrait
Claus-Peter Niem und Karin Helle waren schon immer von der Welt des Fußballs begeistert. Nach ihrem Studium der Pädagogik, Psychologie und Soziologie arbeiteten sie zunächst als Lehrer. 1999/2000 gründeten sie die Agentur Coaching for Coaches in Dortmund. Sie arbeiten seither mit zahlreichen prominenten Sportlern, unter ihnen Jürgen Klinsmann, Joachim Löw, Stefan Kuntz und Sebastian Kehl.
Leseprobe
Sind Sie in Führung? Als Führungskraft wissen Sie, worum es geht: Das Führen von Teams ist eine echte Herausforderung. Die Aufgaben, die Vorgesetzte und Mitarbeiter an Menschen in Führungspositionen stellen, werden zudem immer anspruchsvoller. Führungskräfte müssen heute - das ist die Kunst und die Last - Multikönner und Multitasker sein. Und zwar alle, die in Führung sind - das unterscheidet sie erheblich von anderen Berufen, in denen Einzelne sich auch mal in Nischen einrichten können. Und dann das noch: einerseits mehr Verantwortung, mehr Einsatz, (zu) viele Baustellen. Andererseits sind flache Hierarchien und Strahlkraft gefragt - weg vom Management, hin zu Leadership und Empowerment, hin zu visionärer und mutiger Führung! Als Führungskraft müssen Sie täglich vorausdenken, über den Tellerrand schauen, über sich hinauswachsen, die Welt in zehn oder 20 Jahren sehen, begeistern, motivieren, dem Team Energie geben. Dabei immer im Nacken: der Faktor Zeit. Oder anders gesagt: zu wenig Zeit zum Führen. Das beklagen zumindest 79 Prozent aller Menschen in Führung - ganz egal, ob sie ein Unternehmen leiten, eine Firma managen, eine Gruppe von Menschen führen oder ein Team coachen. So oder so: Führung ist im Wandel. Und eine echte Herausforderung, wenn Sie sich entschieden haben, diesen Weg zu gehen - ob im neuen Job, der neuen Saison, dem neuen Semester. Im Profifußball haben sich moderne Trainer und Manager in den vergangenen Jahren zu vorbildlichen Führungskräften entwickelt, die Hochleistungsteams erfolgreich führen können. Die Antwort auf die Frage, wie sie das geschafft haben und welche Hürden sie dabei gemeistert haben, dürfte auch Führungskräfte in anderen Organisationen interessieren. Denn Führung ist ein Topthema, ist der wichtigste Stellhebel, der stabilisierende Faktor, die größte Herausforderung für Entscheider. Hierarchien flachen in modernen Organisationen ab. Trotzdem braucht jedes Team Führung, eine Richtungsvorgabe, ein Ziel, eine Vision. Ein hervorragendes Beispiel, was alles möglich ist, wenn man sich gemeinsam auf den Weg macht und sich Zeit für Entwicklungsprozesse nimmt, ist die Erfolgsgeschichte der deutschen Fußballnationalmannschaft der Männer seit 2004. Sie fing mit der fast unlösbar scheinenden Herausforderung der Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land an und reichte bis hin zum Gewinn des Weltmeistertitels in Brasilien 2014. Nicht umsonst sprachen die beiden Protagonisten - Jürgen Klinsmann und Joachim Löw - schon damals von einem Zehn-Jahres-Plan, den es anzuschieben gelte, um den deutschen Fußball wieder in altem - oder besser gesagt - neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Sie hatten recht. Erfolg folgt, wenn man den Dingen Zeit gibt. In diesem Buch verraten wir Ihnen - anhand von vielen anschaulichen Beispielen und Geschichten aus der Welt des Fußballs -, wie Sie Ihre Führungsqualitäten entwickeln, Ihre Kommunikation verbessern, Beziehungen anschieben, Expertenwissen steigern und Ihre Ich-Firma stärken können. Lassen Sie sich von unseren Erkenntnissen und Erfahrungen inspirieren und übernehmen Sie das, was zu Ihnen und Ihrem Kontext passt! In Hochform: Entwickeln Sie in Ihrer Führungsrolle Persönlichkeit! Von Topentscheidern lernen - auf und neben dem Platz. Damit Sie in Führung gehen - wo immer Sie gerade an der Spitze eines Teams stehen! Prolog: Wie alles begann "Das Leben ist ein leeres Blatt Papier, du hältst den Stift in der Hand und schreibst fortwährend deine eigene Lebensgeschichte. Andere Menschen können die Geschichte nicht schreiben, also hängt es von dir selbst ab, ob du eine interessante oder eine langweilige Geschichte schreibst In anderen Worten: Ein Stück weit hast du es selbst in der Hand." Bernd Nickel, Unternehmer und Visionär Notizen der Weggefährten: Westfalenstadion Dortmund, 11. Dezember 1998 Freitagabend im Dezember - es schüttete in Strömen. Wie häufig an einem dieser milden Winterabende in Dortmund kurz vor Weihnachten. Keine Seltenheit, dass es zwölf Stunden am Stück und länger regnete. Das mochte wohl am nahen Sauerland liegen und an den Wolken, die sich vor dem Rothaargebirge stauten. Doch wie auch immer - wir hatten uns auf den Weg ins Stadion gemacht. Das Ziel: Ein Flutlichtspiel der heimischen Borussia gegen den Namensvetter aus Mönchengladbach. Da spielte das Wetter allerhöchstens eine untergeordnete Rolle, hatten wir doch in den vergangenen Jahren schon so manche Regenschlacht erfolgreich geschlagen. Und wie immer hatte alles seine Tradition, seine festen Abläufe: Der Besuch der guten, alten Eckkneipe "Zur Sonne" rund zwei Stunden vor dem Spiel - nur 15 Minuten Fußmarsch vom Stadion entfernt und genau dort, wo sich auch schon vor 40 Jahren Menschen - damals wohl vornehmlich Männer - zum Fußball und Bier getroffen haben mussten, gefolgt von einem Zwischenstopp an der Bude auf dem Weg in Richtung Stadion, und diesmal, ausnahmsweise, eine kurze Einkehr in einem Kopierladen unweit der bereits hell strahlenden Flutlichtmasten der nahen Strobelallee. Eben das hatte seine Gründe: Die Stimmung im Stadion, genauer gesagt auf Dortmunds legendärer Südtribüne, ließ seit Monaten zu wünschen übrig. Geschuldet war dies wohl den jüngsten Erfolgen in den 1990er Jahren bis hin zum legendären Gewinn der Champions League im Mai 1997 in München gegen Juventus Turin. Was sollte man da noch erreichen, mochten sich viele Anhänger gedacht haben - und so hatte selbst die riesige Stehtribüne einen kleinen (verständlichen) gesangstechnischen Durchhänger. Da hieß es: etwas tun. Gemeinsam mit einigen anderen Unentwegten wurden kurzerhand Flyer gedruckt - mit alten wie auch neuen Songs sowie dem mindestens so legendären wie ebenso einfachen "B-V-B"-Stakkatogesang der 1960er Jahre - über die Zeit irgendwie in Vergessenheit geraten. 20 DM sollte diese Investition kosten, die sich im Nachhinein als unbezahlbar herausstellen sollte. Denn kein Geringerer als Aki Schmidt, Stürmerlegende des BV Borussia Dortmund früherer Zeiten sowie damaliger Fan-Beauftragter wusste die Aktion mehr als zu schätzen. Er fing uns kurz vor den Toren des Stadions ab, deutete auf einen von uns ("Du verteilst Zettel auf Süd!"), um zum anderen zu sagen: "Und du schaust dir das Spiel von diesem Platz aus an!" Dabei drückte er uns eine Karte in die Hand, um mit den Worten zu enden: "Mit den Jungs auf Süd kannst du noch öfter stehen, Mädchen, doch das hier ist was Besonderes." Und damit sollte er recht behalten! "Hi, my name is Paul Barron", stellte sich 20 Minuten später der groß gewachsene und smart aussehende Mittvierziger im Kaschmirmantel vor. "I'm from Vienna", entgegenete die in Mödling bei Wien geborene Karin Helle lächelnd zurück und das Eis war gebrochen. Manchmal sind es wohl die kleinen Gesten im Leben, die Großes nach sich ziehen. Jedenfalls war sich Karin Helle, das von Aki Schmidt so liebevoll genannte "Mädchen" nicht zu schade, gleich mehrere Sitzschalen mit einem Taschentuch abzutupfen - der Sprühregen hatte sie leicht befeuchtet - und so nahm Paul Barron samt kostbarem Mantel lächelnd neben ihr Platz. Das war der Türöffner in eine neue Welt. Man kam ins Gespräch und philosophierte über Führungsmanagement in Vereinen, Organisationen und Wirtschaft im Allgemeinen sowie seiner Management-Tätigkeit im englischen Fußball im Speziellen. Ausgerechnet Robert Enke wollte er an diesem Abend sichten - damals noch als junger Keeper für Mönchengladbach spielend. Abschließend riss Paul Barron noch den Briefkopf eines Faxes ab, überreichte die Adresse und lud zu einem baldigen Treffen nach England ein. Das Kümmern um den Sitznachbarn hatte Spuren hinterlassen. Der einzige Wermutstropfen: Rund drei Wochen später fiel die Silvesterparty ruhiger als gewöhnlich aus. Schließlich mussten wir schon am ersten Vormittag des neuen Jahres Ostende erreichen, um mit der Fähre gen England überzusetzen - vorbei an London hinein in die Midlands bis ins Herz von Birmingham, einer Stadt, die auf den ersten Blick nur aus Autob...
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