Beschreibung
Die Studienfinanzierung und Orientierung im deutschen Hochschulsystem ist teilweise schon für deutsche Studienanfänger eine Herausforderung. Wie finden sich dann ausländische Studierende an deutschen Universitäten und im Studium sowie im täglichen Leben zurecht? Anhand eines qualitativen Designs sollen zunächst die demografischen Merkmale der Studierenden sowie deren Verteilung auf die Fachbereiche in unserer Stichprobe dargestellt werden. Im Anschluss daran werden die Antworten auf die Fragen zur Studiensituation, Lebenssituation, finanziellen Lage, Kontaktschwierigkeiten, Lernschwierigkeiten, Diskriminierung, Neigung zum Studienabbruch sowie die Antworten zum Thema 'Wünsche und Verbesserungsvorschläge' dokumentiert. Darüber hinaus werden Vorschläge und methodisch-didaktische Hinweise zu Hilfestellungen für einen erfolgreichen Studienaufenthalt ausländischer Studierender in Heidelberg diskutiert, die auch für Studierende anderer Universitäten in Deutschland relevant sind.
Autorenportrait
Abdelaziz Bouchara wurde 1963 in Marokko geboren. Er beschäftigt sich mit Interaktionsanalyse, interkultureller Kommunikation und Globalisierung und Wirtschaftsdeutsch. Seit Dezember 2001 ist er Hochschuldozent für Deutsche Sprache an der Universität Casablanca. Nach einem Studium der Anglistik/Germanistik hat er 2000 an der Universität Heidelberg mit einer Studie zu Höflichkeitsformen in der Interaktion zwischen Deutschen und Arabern (Ein Beitrag zur interkulturellen Kommunikation, RGL, Niemeyer) promoviert. Derzeit bilden die Erforschung interkultureller Kommunikation und Globalisierung seine zentralen Forschungsinteressen.
Leseprobe
Textprobe:Kapitel 4.2, Entwurf eines interkulturellen Vorbereitungstrainings im Heimatland für ausländische Studierende:Die Begleitung nach Ankunft im Gastland ist der wichtigste Teil der Betreuung. In einer Phase der Vor-Ort-Maßnahme müssen nachhaltige Anstrengungen in allen Lebensbereichen unternommen werden. Nur eine gut ausgestattete, fachlich, sprachlich und interkulturell fundierte Studienvorbereitung stellt einen wesentlichen Schlüssel zum Studienerfolg dar. Um eine wirkliche Integration zu erleichtern und zu verwirklichen, müssen jedoch nachhaltige Anstrengungen vor dem Studium, und zwar im Heimatland unternommen werden. Vor diesem Hintergrund wird im Folgenden der Versuch unternommen, für ausländische Studierende ein interkulturelles Vorbereitungstraining im Heimatland zu entwerfen. Aufgrund dessen kann auch die Betreuung während der Integrationsphase verbessert werden.Erste Betreuungsmaßnahmen sind solche, die bereits im Heimatland stattfinden z. B. parallel zu einem Sprachkurs im Goethe-Institut. Bei einem Auslandsaufenthalt wird man mit einer Kultur (Fremdkultur) und deren Regeln konfrontiert. Ist man unvorbereitet, so wird man versuchen, sich mit den gewohnten Denk- und Handlungsmustern zurechtzufinden. Dadurch kommt es dann zu Problemen bei der Bewältigung des Kulturschocks.Der vorliegende Trainingsentwurf (siehe Abb.1) stellt die Einführungsphase des Drei-Phasen-Trainingsprogramms dar: Vorbereitungsphase, Phase der Vor-Ort-Maßnahme und der Nachbereitungsphase. In dieser anfänglichen Startphase empfiehlt es sich mit einem kulturunspezifischen Training zu beginnen, zumal ein allgemeines interkulturelles Training die Grundlagen interkultureller Kompetenz vermittelt, auf die dann länder-spezifisches Training für eine Vielzahl von Ländern aufbauen kann (Flechsig 1999: 214). Unter Berücksichtigung folgender Umstände erweist sich diese Art der inhaltlichen Orientierung als durchaus akzeptabel: Der größte Teil der Studenten hat vorher selten Auslandserfahrung gemacht.Aus diesem Grund ist es von Nutzen, ihnen im Rahmen eines kulturunspezifischen Trainings zunächst ihre Prägung durch die eigene Kultur und die Abhängigkeit von Sprache, Kultur und Handeln bewusst zu machen, ohne auf ein bestimmtes Land bzw. eine bestimmte Kultur Bezug zu nehmen. Eine Bewusstmachung der Bedeutung der interkulturellen Kommunikation würde sie auf den ihnen bevorstehenden Auslandsaufenthalt vorbereiten.Der Ablauf des Kurses könnte in folgenden Schritten geplant werden:Als Einführung in die Problematik dient ein Fragebogen (siehe Anhang 2) Wie bin ich und wie sind die anderen? Was ist Kultur verschiede Auffassungen zum Konzept Kultur (was beinhaltet für Euch der Begriff Kultur?). Er umfasst Fragen nach Auto-, Heterostereotypen und Vorurteilen. Der Fragebogen hilft bei der Sensibilisierung für die Thematik und er erfüllt wesentliche Erziehungs- und Ausbildungsaufgaben. Bei der statistischen Auswertung der Antworten helfen die Teilnehmer des Kurses. In einem weiteren Schritt wird ein Assoziogramm zum Begriff Kultur erstellt (Was fällt Ihnen zu dem Begriff Kultur ein?). Die Diskussion über Kulturstandards führt die Teilnehmer zu einer erweiterten Auffassung des Begriffs Kultur.Kultur lässt sich mit einem Eisberg vergleichen: Das, was sofort erkennbar ist, ist nur ein Bruchteil des gesamten Komplexes. Kleidung, Musik, Essen sind z. B. Bestandteile einer Kultur, die uns ins Auge fallen. Sie verraten uns aber nur wenig über soziale Strukturen und kaum etwas über die Werte und Tabus, die für eine Kultur bestimmend sind. Um Missverständnisse zu vermeiden und Kommunikation zwischen den Kulturen zu ermöglichen, ist es notwendig, sich Unterschiede bewusst zu machen und unter die Oberfläche zu sehen. Dies führt zu interessanten Diskussionen über Stereotypen und Klischees und die Frage, wie eine solche Statue klischeefrei dargestellt werden kann.Zur Vertiefung dieser Einführung wird Boltens Interculture TV Educast 02 vorgestellt. Nach dieser Etappe folgt die Diskussion zu den Ergebnissen des Fragebogens. Die Teilnehmer erstellen Tabellen und graphische Abbildungen zu den gewonnenen Resultaten.Danach wird das Phänomen Kulturschock vorgestellt. Es äußert sich individuell unterschiedlich und kann in Form von leichten Irritationen oder schweren psychologischen Stressreaktionen auftreten. Ziel ist es, die Ursachen und Wirkungen solcher Phänomene, die im Rahmen eines kulturellen Anpassungsprozesses in einer fremden Kultur auftreten können, zu erörtern und in Bezug zueinander zu setzen. Dabei steht nicht nur die Beschreibung des Kulturschock-Modells im Vordergrund, vielmehr sollen auch praxisorientierte Lösungsansätze aufgezeigt werden.Auch nonverbale Kommunikation zwischen den Kulturen hat manchmal ihre Tücken. Bereits die unterschiedliche Begrüßungsform kann zu Beziehungsstörungen führen. Nonverbale Kommunikation wird von den Interaktionspartnern am wenigsten bewusst wahrgenommen.
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