Mit voller Wucht schlug das Romandebüt “Das Ende von Eddy” 2014 auf dem Literaturmarkt ein, ein junger Franzose schreibt sich darin den Schmerz und die Wunden seiner brutalen Kindheit im ländlichen Nordfrankreich der späten Neunziger Jahre von der Seele. Édouard Louis ist der Autor dieses Textes und er wird damit zum Shooting Star der europäischen Literaturszene. Édouard, der früher einfach Eddy hieß, ist Anfang 20 als er für diesen Text mit Preisen ausgezeichnet und über Nacht berühmt wird. Zu diesem Zeitpunkt hat er nicht nur seinen Namen, sondern auch den Kontakt zu seiner Familie, sein Aussehen, seine Geschichte abgelegt. Davon erzählt Édouard Louis uns in seinem neuen literarischen Memoir “Anleitung ein Anderer zu werden”. Erneut beschreibt der Autor wie er in einer Kleinstadt als Kind von seinen Eltern verspottet, oft auch geschlagen wurde, da er nicht männlich genug war. Die anderen Kinder beleidigen Eddy homophob, sein Vater trinkt und wird krank, seine Mutter verweigert ihm Bildung und Liebe. Deshalb wird es auch zu einem Befreiungsakt, als Eddy mit 14 an ein Gymnasium in Amiens wechselt. Dort lernt er seine beste Freundin Elena kennen, die ihn Zugang zu Kultur, Bildung und Manieren eröffnet. Eddy nennt sich bald Édouard, und spürt das es eine Möglichkeit geben muss, von seiner Familie und seiner ihm zugeschriebenen Klasse auszubrechen. Und dafür wird es alles tun was nötig ist. Mit wechselnden Stilmitteln, wie fiktiven Interviews, Briefe oder direkte Ansprache an seinen Vater, lesen wir wie aus Eddy Édouard wurde. Das Buch ist das Bindeglied zwischen der Kindheit und den ersten literarischen Erfolgen des Autors und ist in seiner Offenheit brachial und zerbrechlich zugleich. Mit seinem lebhaften, energiegetriebenen und an manchen Stellen manisch wirkenden Text, zeigt und Édouard Louis einmal mehr was für ein Ausnahmetalent der junge Autor ist und das seine Stimme zu einer der bedeutendsten seiner Generation gehört.
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